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Zu früh von der Mutter weg?


ameise
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Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Mo 17. Aug 2015, 09:24

Ich möchte gerne wissen wie sich das im Verhalten eines Hundes äußern kann, wenn er zu früh von der Mutter weg musste.

Elvis kam mit 7,5 Monaten über den Tierschutz zu uns, davor lebte er bei einem Paar, welches ihn in einem tschechischen Zooladen gekauft hatte. Angeblich war er damals 10 Wochen alt - wie lange er schon im Zoologen saß, weiß man nicht aber laut der Vorbesitzer suchte er bei den Katzen nach den Zitzen und wollte überall nuckeln.

Elvis ist vom Grundverhalten her eher unsicher und wirkt trotzdem frech. Er verhält sich oft widersprüchlich und kommt daher bei manchen Hunden nicht gut an, weil er eben gleichzeitig aufdringlich und unsicher sein kann. Er braucht eine sehr deutliche Hundesprache, sonst versteht er es nicht bzw. zuerst versteht er Ansagen, geht weg und dann akzeptiert er es aber nicht und versucht es nochmal (nicht immer und nicht in jeder Situation ).

Mir erscheint es oft als hätte er Hundesprache nicht richtig gelernt.

Es hat sich schon vieles sehr gebessert! Anfangs hat er auch vor allem Angst , bellte Fahrräder, Kindewägen, Skulpturen an usw...

Kann das davon kommen dass er evtl. zu früh von der Mutter wegkam?

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Mo 17. Aug 2015, 11:21

Mir fällt noch dazu ein, dass Elvis sich als er hier ankam eher wie eine Katze verhielt. Er ist ja mit Katzen aufgewachsen und hat sich vermutlich auch an deren Verhaltensweisen orientiert und sich das abgeschaut.
Das wirkt auf andere Hunde evtl. auch verwirrend.

Würde ein Hund, der lange genug bei seiner Mutter lebt sich das Verhalten einer Katze so abschauen und verinnerlichen?

Victor

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Victor » Mo 17. Aug 2015, 17:07

Eigentlich hast du dir schon alle Fragen selbst beantwortet.
Es gibt angeborene und erlernte Verhaltensmuster.
Die angeborenen werden dir die Katzen bestätigen, bei denen er säugen wollte.
Katzenbabys haben ihre "Exklusivzitze" - Hundebabys sind da nicht wählerisch und stellen sich an der Milchbar dort an den Tresen, wo halt Platz ist. :mrgreen:
Wenn Elvis vor oder während der Prägephase von seinem Wurf/Mutter getrennt wurde, nutzte er als soziales Wesen wahrscheinlich jede Möglichkeit wärmenden Körperkontakt zu bekommen und hat so vermutlich "kätzisch" gelernt und gedacht, dass sei seine eigentliche "Sprache".
So reagierte die Kanidenwelt wohl in der Anfangsphase etwas "ambivalent" :lachen: und nu is er zweisprachig :smoking:

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Mi 19. Aug 2015, 08:25

:lachen:
Da hast du wohl recht.
Ein zweisprachiger Hund ist ja cool - nur sollte er die Sprachen besser auseinander halten... zu seiner eigenen Sicherheit

LG Ameise

Victor

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Victor » Mi 19. Aug 2015, 09:29

Besser wär das. :dozey:
Als Zubrot könnte er ja in Kuhzunft als Translator jobben. :klatsch:

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Mi 19. Aug 2015, 21:41

Du meinst ich soll ihn als Kuh verkleiden? Glaubst du nicht dass er dann Identitätsprobleme kriegen könnte? :lachen:

Victor

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Victor » Do 20. Aug 2015, 09:34

Sind wir nicht alle ein bischen Muh? :lachen:

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Kräutergeist » Do 20. Aug 2015, 22:15

Finde das MUH!

So, auch wenn ameise damit ok ist, bitte etwas auf's OT achten.
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Victor

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Victor » Fr 21. Aug 2015, 10:52

Yes, Mäm! :66:

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Fr 21. Aug 2015, 22:49

Mich würden trotzdem noch eure Erfahrungen mit Hunden , die zu früh von der Mutter weggekommen sind, interessieren.
Kann hier noch jemand was dazu erzählen?

LG Ameise

Tarik

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Tarik » So 6. Sep 2015, 12:42

Ich hatte einen Welpen aus Spanien, ca. 4 Wochen alt (er konnte noch nicht aus dem Napf fressen, das mußte man ihm erst beibringen).

Er wurde auf der Heimreise von jemanden in der Nähe der Autobahn gefunden, in einem Karton mit 2 weiteren Geschwistern ausgesetzt. Er musste noch sehr viel lernen.... ich habe darauf geachtet, dass er viel mit Hunden zusammen kommt und auch Welpe sein darf.

Ein anderer Welpe stammte von einem sog. Ups-Wurf von einem Bauernhof. Er wurde mit den Geschwister in dem ehemaligen Schweinestall "gehalten". Die Mutter lebte überwiegend im Haus.
Er kam erst mit 12 -14 Wochen zu mir, man merkte ihm aber an, dass auch beim ihm wohl Katzen Spielkameraden waren.
Für mich gar nicht mal so schlecht, weil ich damals auch Katzen hatte.
Er war der letzte des Wurfes und lebte alleine, nachdem die Geschwister "vermittelt" waren, also in der wichtigen Phase war er recht isoliert

Sozialisiert/geprägt auf Hunde wurde er von dem bereits vorhandenen Hund und den Hunden, die wir draußen trafen. Wir trafen uns damals immer in einer Gruppe mit 6-8 Leutchen und 10-12 Hunden.
Das klappte noch ganz gut

Ich würde dir raten, deinen Hund zunächst mit souveränen und sehr gut sozialisierten Hunden (mit deutlichem Ausdrucksverhalten) zusammen zu bringen. Ich weiß, das ist nicht so einfach.

Evtl. findest du in dem TH in deiner Nähe solche Hunde. Sprich doch mal mit einem Pfleger über dieses Problem und frage, ob sich momentan dort geeignete Hunde befinden. Du kannst vielleicht nach solchen Hunden auch in einem Hundeverein oder Hundeschule fragen. Oft sind das dann Hunde der Trainer, die in der "Welpenschule" mit erziehen
Fragen kostet ja nüsch...

Im Netz findet man auch den Begriff: Deprivationsschäden, das ist ein gewisses Defizit an Verhalten, welches der Hund in der Prägezeit nicht gelernt hat, was ein Hund niemals mehr aufholen soll. Das kann ich nicht bestätigen. Für mich ist das ein sog. Modebegriff, wo man wieder alle "schlechten" Verhaltensweisen auf den Hund schiebt und den "Fehler" nicht bei sich selbst sucht. Angeblich gibt es auch körperliche Merkmale (Entwicklungsschäden im Gehirn) dazu...

Ich gebe dir diesen Begriff einfach mal an, damit du die Suchmaschinen befragen kannst. Ich kann ja deinen Hund und entsprechenden die Situationen am PC nicht sehen. Du kannst das alles viel besser einschätzen, weil du ihn und sein Verhalten vor Augen hast

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » So 6. Sep 2015, 22:02

Hallo Tarik,

Danke für deine Tipps. Allerdings wollte ich eher Erfahrungsberichte lesen wie sich z.B. eure Hunde entwickelt haben und welche Verhaltensweisen sie gezeigt haben bzw. ob es Verhaltensweisen gibt an denen man erkennt ob sie zu früh von der Mutter wegkamen und ob man am Verhalten auch evtl. erkennen kann wo/wie sie ihre frühe Prägephase verbracht haben (z.B. mit Katzen ). Rein interessehalber.

Das er viel Kontakt mit souveränen Hunden braucht ist klar. Hat er auch. Ich habe eine "Gassi-Gruppe" hier ins Leben gerufen, bei der ca 20 Mensch-Hund-Teams mitmachen und wir uns je nach Lust /Zeit unverbindlich treffen. Er hat also fast täglich mit mindestens 2-4 Hunden Kontakt, was auch super klappt. Dabei hat er schon unheimlich viel gelernt, sonst wären wir noch lange nicht soweit wie wir jetzt sind.
Er ist mittlerweile sehr umgänglich und versteht Hundesprache und spricht sie inzwischen auch richtig. Konnte ich in den letzten zwei Wochen gut beobachten. Unsere Hundetrainerin lobt ihn sehr. Man kann schon sagen dass er leichte Deprivationsschäden hatte, aber die hat er bereits ganz gut aufgeholt. Ich kenne einige Hunde, die aus guter Zucht stammen, mit 9-10 Wochen zu ihren Besitzern kamen und sich wesentlich "deprivierter" verhalten als Elvis. Sowas hat natürlich auch ganz viel mit "dem anderen Ende der Leine" zu tun.

Wenn man das richtige Zeitfenster erwischt, stetig dran arbeitet und konstanten Kontakt zu "normalen" Hunden hat, kann man das je nach dem wie schlimm der "Schaden" ist teilweise vollständig aufholen - davon bin ich überzeugt, da brauche ich Google nicht bemühen.
Dennoch Danke für deine Erfahrungen.

LG Ameise

Tarik

Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon Tarik » Mo 7. Sep 2015, 17:39

ameise hat geschrieben:Hallo Tarik,

Danke für deine Tipps. Allerdings wollte ich eher Erfahrungsberichte lesen wie sich z.B. eure Hunde entwickelt haben und welche Verhaltensweisen sie gezeigt haben bzw. ob es Verhaltensweisen gibt an denen man erkennt ob sie zu früh von der Mutter wegkamen und ob man am Verhalten auch evtl. erkennen kann wo/wie sie ihre frühe Prägephase verbracht haben (z.B. mit Katzen ). Rein interessehalber.


Beide Welpen waren dann ganz normal im Verhalten.
Obwohl der Welpe vom Bauernhof mit den dortigen Katzen gespielt hat und ich selbst Katzen hatte, jagte er fremde Katzen später. Woraus ich schließe, dass er dazugelernt hat, dass sie nicht von der gleichen Art waren.
Er war dann zeitweise ein etwas unsicherer Hund, wahrscheinlich, weil er in der Prägephase eben oft isoliert und alleine war.

Gewisse allgemeingültige "Merkmale", dass sie zu früh von der Mutter weg kamen oder isoliert waren, habe ich nicht erkennen können

Gerade der Welpe aus Spanien entwickelte eine ganz tolle Menschen- und Kinderfreundlichkeit, was aber auch eine Erziehungssache ist.
Mit anderen Hunden hatte er nie Probleme.


Inzwischen halte ich überwiegend ältere Hunde, meist weiß man von ihnen gar nichts.
Nicht wo sie herkommen, was sie gelernt haben, weder das genaue Alter, noch, wie und wo sie ihre Prägephase erlebt haben.
Diese Hunde passen sich aber super an das jetzige Leben an und sind durchweg in der Lage noch dazu zu lernen.
Große Probleme mit anderen Hunden/Menschen haben sie nicht oder inzwischen nicht mehr.

Ich kenne sog. "Stadthunde" (Hunde, die bisher in der Stadt wohnten und nur diese Geräusche/Gerüche kannten), die aufs Land vermittelt wurden. Dort gibt es ganz andere Geräusche (landwirtschaftliche Geräte z.B., sie lernen Weidetiere und ihre Laute kennen), sie lernen damit umzugehen.
Wird ein "Landhund" in die Stadt vermittelt, geht es auch meist glatt.
Beide Hunde wurden aber nicht auf das neue Leben geprägt

Manchmal glaube ich, dass man der Prägephase viel zu viel Aufmerksamkeit schenkt und zu viel in diese Zeit hinein interpretiert.
Sie ist wichtig, aber nicht das alleinige ausschlaggebende.
Das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung

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Re: Zu früh von der Mutter weg?

Beitragvon ameise » Di 8. Sep 2015, 16:31

Dann haben wir ja recht ähnliche Erfahrungen gemacht Tarik.
Ich denke auch, dass die meisten Hunde sehr anpassungsfähig sind und auch im Alter noch viel dazu lernen können.
Nur ist es dann oft schwierig und man braucht viel Geduld und das haben nicht alle die sich einen Hund anschaffen - leider...

LG Ameise


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