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Was tun mit "liebeskranken" Rüden?


ameise
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Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon ameise » Mo 25. Apr 2016, 20:05

Elvis dreht am Rad und ich so langsam mit.
Er fiept und jammert fast ununterbrochen seit 4 Tagen und er ist nervös, dauernd am hin und herlaufen und vor die Tür sitzen. Außerdem frisst er schlecht seit gestern und hat seit heute auch noch ein bisschen "Dünnpfiff".
Also nicht richtig fressen ist hart, da er eigentlich so verfressen ist wie sonstwas!

So langsam geht mir sein Getue auch echt auf den Seiher! Er macht von früh morgens bis spät abends das Theater und sonst ist er ein Langschläfer. Ich möchte auch mal wieder schlafen bis der Wecker klingelt :peitsche:

Was gibt es für Möglichkeiten den Hund wieder auf den Teppich zu bekommen?
Hier gibt es unzählige Hündinnen in der Gegend - wenn Elvis jetzt auf Jede so reagiert, dann haben wir hier keinen Spaß mehr miteinander :brood:

Ich ignoriere sein Verhalten diese meiste Zeit. Nur wenn er anfängt ein Affentheater zu machen wenn einer von uns das Haus verlässt oder reinkommt, weil er raus will, dann schicke ich ihn harsch auf seinen Platz.
Es ist unglaublich nervig! Und sicher auch für ihn der pure Stress...

Bisher hatte er sich gut im Griff, auch bei läufig Hündinnen. Er war zwar schon immer interessiert und hat auch schon immer HündinnenPippi geleckt und Lefzenzittern davon gekriegt, aber so war er noch nie drauf!
Wir konnten bis vor kurzem sogar einigermaßen zivilisiert mit "gut duftenden" Hündinnen spazieren gehn.

Elvis wird im Mai 2 Jahre alt. Ich finde das etwas spät für so einen "Durchbruch " - wird er wirklich jetzt erst so richtig erwachsen? Ich meine in dieser Hinsicht...

Und wie reagiere ich am Besten auf sein nervendes Verhalten? Unterbinden geht ja nicht wirklich...
Wäre eine Kastration angebracht? Natürlich erstmal mit dem Chip.

Oder gibt es Alternativen? Was homöopathisches vielleicht?

LG Ameise

*coookiie*
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *coookiie* » Mo 25. Apr 2016, 21:08

Also erstmal keine Panik. Das muss nichts heißen, manchmal ist eben eine "ganz besondere" dabei ;) Heißt also nicht, dass er für immer so bleibt.

Aber ich würde ihm schon deutlich machen, dass das Getue nervt. Ihn immer wieder auf den Platz schicken, rumgerannt und rumgenervt wird nicht. Dann kann er sich auch nicht so hineinsteigern. Ansonsten viel ablenken und auslasten.
Laura, mit Zes und Tia im Herzen...

ameise
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon ameise » Mo 25. Apr 2016, 22:11

Ne Panik hab ich keine - es nervt halt nur...
Natürlich wird er auf den Platz geschickt und ich mache ihm sehr deutlich was geht und was nicht. Er wird auch ausgelastet und abgelenkt, aber ich kann und will ihn nicht Dauerbespaßen! Das finde ich auch eher kontraproduktiv.

Morgen hole ich Agnus castus Globuli , das hab ich jetzt mehrfach im Internet als Mittel der Wahl gefunden und auch eine Freundin von mir schwört darauf.
Hat jemand Erfahrung damit?

RudiMentaer
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Mi 27. Apr 2016, 12:27

Wenn es zu viel wird darf man schon mal über einen Chip nachdenken, finde ich. Hypersexualität ist ein Leiden.
Beim meinem Rüden ist es bisweilen auch grenzwertig. Mit den Jahren wurde es eher intensiver, anstatt besser. :confused:
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Kräutergeist
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Kräutergeist » Mi 27. Apr 2016, 13:14

Na, aber bei jedem Rüden der bei läufigen Hündinnen etwas aufgekratzter ist als sonst oder nicht so sehr am Fressen interessiert ist, gleich von Hypersexualität zu sprechen scheint auch in Mode zu sein. Nicht gegen dich Rudi. Aber du weißt ja wie das immer ist.
Wird man heute schief angeschaut, weil man seinen Rüden hat kastrieren lassen, "damit er besser gehorcht" dann war es morgen dann eben "wegen der Hypersexualität". Nicht gegen dich Ameise. Aber wie manche Menschen so sind.

Persönlich habe ich keine Erfahrungen damit.
Ich würde es wohl erst mal beobachten und ihn zur Ruhe ermahnen, wenn ich zu viel wird. Über einen Chip darf man natürlich auch nachdenken. Bei kastrierten Rüden hat man aber auch öfter mal das Problem, dass sie gemobbt werden und dann auch mal griffig sind. Ein Kastrat riecht eben nicht wie ein Rüde, also wird er auch nicht so behandelt - auch wenn er selbst sehr wohl weiß, dass er einer ist. Das möchte ich auch zu bedenken geben.

Letztendlich bist du am Hund dran und musst sehen, wann und ob es vielleicht nicht mehr tragbar wird für euch alle.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Mi 27. Apr 2016, 14:24

ameise hat geschrieben:...Er fiept und jammert fast ununterbrochen seit 4 Tagen und er ist nervös, dauernd am hin und herlaufen und vor die Tür sitzen. Außerdem frisst er schlecht seit gestern und hat seit heute auch noch ein bisschen "Dünnpfiff"...


kräutergeist hat geschrieben:Na, aber bei jedem Rüden der bei läufigen Hündinnen etwas aufgekratzter ist als sonst...


Genau! Nur nichts gelten lassen, was die Halter erzählen, sind doch eh alles Hypochonder, die sich nur anstellen. Lasst die Rüden doch tagelang durchjaulen und fiepen, alles easy going. :daumenhoch:

kräutergeist hat geschrieben:...Persönlich habe ich keine Erfahrungen damit.

Federle, ich bin überzeugt, Ameise lädt dich mal ein paar Tage zu sich ein, damit du das hautnah miterleben darfst. :hau: :wink: :lachen:

kräutergeist hat geschrieben:...Ich würde es wohl erst mal beobachten und ihn zur Ruhe ermahnen

Das ist das, was Ameise bislang getan hat. Jetzt fragt sie nach Alternativen.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *Geli » Mi 27. Apr 2016, 14:41

Ich hatte vor Cheyenne 2 unkastrierte Rüden, die auch gerne... :zwinker:

Ich denke, du solltest es mit konsequenter Erziehung versuchen, bevor du über Kastration auch nur nachdenkst. Das darf dann auch mal ein sehr scharfer Ton sein, um ihn zur Räson zu bringen. Wie auch bei anderen Dingen, mußt du dich hier durchsetzen. Kastration wäre der einfache, leichte Weg, der für mich aber nur aufgrund gesundheitlicher Probleme infrage käme.

In vielen Rettungshundestaffeln sind Hündinnen unkastriert und auch während der Läufigkeit im Training. Das ist eine gute Übung für die unkastrierten Rüden, denn sie könnten im Einsatz überall auf läufige Hündinnen treffen und dürfen dann nicht versagen.

Da es im Einsatz nicht vermieden werden kann, dass läufige Hündinnen oder ihre Witterung im Einsatzgebiet anzutreffen sind, müssen Rüden den normalen Umgang mit läufigen Hündinnen lernen. Im Wildhunderudel funktioniert das sehr gut, warum nicht auch sonst. Es wird nicht hingenommen dass Rüden einfach läufige Hündinnen besteigen, hier hat der Rüdenbesitzer die Aufgabe, besonders auf seinen Rüden zu achten! weiterlesen...
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Mia » Mi 27. Apr 2016, 14:53

Ich würd erst nen Chip probieren und dann ggf kastrieren.
Der Rüde meiner Nachbarin (Mitbewohnerin meiner Nichte) drehte vor 3 Wochen am Rad, als Mia in der Standhitze war. Leichte Unruhe und Fressunlust hatte er zwar eh schon, aber sein Frauchen hat den Fehler gemacht und hat mich (trotzdem, dass ich ihr abgeraten habe) auf meiner Abendrunde begleitet. Ein intakter Rüde der 30 Minuten zusammen mit einer Hündin in der Standhitze verbringen musste ... er tat mir schon ein wenig Leid. Ende vom Lied war, dass er 2 Tage lang übelst Terror geschoben hat. Stundenlanges Geheule wie ein Wolf, Tag und Nacht, gefressen hat er gar nicht mehr, geschlafen auch kaum, und gefiept hat er eh die ganze Zeit.
Okay, in dem Fall selber Schuld, aber wenn man sowas ständig hat, ohne dass dem Rüden eine heiße Hündin vor der Nase rumtanzt, dann würde ich kastrieren lassen.

Ich war auch schrottgenervt als Mia in ihrer Hitze gut 1 Woche lang ständig fiepend hinter meinem Kater hergelaufen ist. Aber dem konnte ich immerhin noch mit Gehorsam Herr werden. Sonst wär ich am Rad gedreht
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Mia » Mi 27. Apr 2016, 15:10

*Geli hat geschrieben:In vielen Rettungshundestaffeln sind Hündinnen unkastriert und auch während der Läufigkeit im Training. Das ist eine gute Übung für die unkastrierten Rüden, denn sie könnten im Einsatz überall auf läufige Hündinnen treffen und dürfen dann nicht versagen.

Das kann man aber nicht vergleichen. Training und Einsatz sind Arbeit, und Arbeit lenkt den Hund ab. Ich selber kenne 4 unkastrierte Rüden in der Rettungshundearbeit, keiner von denen interessiert sich auch nur ansatzweise für heiße Hündinnen, sobald es an die Arbeit geht. Zwei von den Vieren drehen allerdings zu Hause total am Rad wenn läufige Hündinnen in der Nähe sind.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Schlundi » Mi 27. Apr 2016, 15:53

Oh je, die Liebe... :love: :sick:

Hm, wir hatten ja früher auch Rüden, aber da sist so lange her...
Ich kann mich noch erinnern, der Pudel hat dann auch immer weniger gefressen und auch mal Durchfall bekommen, aber das ging auch wieder vorbei.
Der war einfach mal paar Tage durch den Wind.

Unser Großer, der war recht brav. Gut, wenn wir beim Spazieren gehen ne heiße Lady getroffen haben, dann war der auch Feuer und Flamme... :dozey:
Aber sonst gings eigentlich.

Ich würde es auch auf jeden Fall erstmal mit Erziehung versuchen (wie Geli vorgeschlagen hat). Du hats ja schon geschrieben, dir wurde was Homöopathisches empfohlen, das würde ich auch mal probieren.
Pipi lecken würde ich ihn erstmal nicht mehr lassen.
Moony macht das auch und dann zittern ihre Lefzen auch... möchte mal wissen, wer da bei uns so gut riecht... :rolleyes:
Wenn die Läufigkeit rum ist, wirds bestimmt wieder besser.

Ich drücke die Daumen! :smile:
LG Schlundi
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *Geli » Mi 27. Apr 2016, 17:40

Wie geschrieben, hatte ich auch 2 Rüden. Die waren beide nicht ohne. Auch bei ihnen fing es mit ca. 2 Jahren so richtig heftig an. Auch da Gejammer und Gefiepe, Pipi auflecken usw.. Auch mein 2. Hund, mein Westie hat geheult, wie ein Wolf. Hab es aber bei beiden mit strenger Erziehung hingekriegt. Und es gab dann auch mal in scharfem Ton auf den Deckel. Ich hab dran gearbeitet, hat eine Weile gedauert, fruchtete aber.

Mia hat geschrieben:Das kann man aber nicht vergleichen. Training und Einsatz sind Arbeit, und Arbeit lenkt den Hund ab.


Ich denke schon, weil...


Im Wildhunderudel funktioniert das sehr gut, warum nicht auch sonst. weiterlesen...
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Mi 27. Apr 2016, 20:59

Ich bin ebenfalls absoluter Gegner von leichtfertigen Überlegungen bezüglich einer Kastration. Deshalb ist meine Rüde ja auch noch intakt.
Wenn Ameise eine Neu-Userin mit 2 Beiträgen wäre, hätte ich mich hier auch erst gar nicht eingemischt.

Ich kann mich jedoch daran erinnern, dass Ameise sich bereits kurz nach ihrer Registrierung nach Kastrationen erkundigt hat. Sie hatte sich an Diskussionen im Board beteiligt und sich auch extern belesen.

Wenn Sie sich jetzt ein Jahr später noch einmal erkundigt und Rat sucht, ist für mich klar, dass sie die Probleme mit Elvis ernsthaft belasten. Dem muss man einfach auch mal Rechnung tragen und kann getrost davon ausgehen, dass sie sich seit geraumer Zeit darum bemüht, ihren Hund in ruhigeres Gewässer zu führen.

Siehe hier, ich mach's mal sicherheitshalber fett:
ameise hat geschrieben:...Natürlich wird er auf den Platz geschickt und ich mache ihm sehr deutlich was geht und was nicht. Er wird auch ausgelastet und abgelenkt, aber ich kann und will ihn nicht Dauerbespaßen! Das finde ich auch eher kontraproduktiv.

Da brauche ich doch nicht wieder bei Adam und Eva anfangen und ihr sagen, sie solle das erst einmal beobachten und sich noch mehr in der Erziehung bemühen. Das weiß sie doch schon alles, meint ihr nicht? Wir können ihr doch nicht unterstellen, dass sie sich bloß zu dämlich anstellt. Hilft ihr das?
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Blocksberg » Do 28. Apr 2016, 07:33

Ich bin bei dem Thema immer etwas zwischen zwiegespalten.
Auf der einen Seite denke ich mir, durch die Kastration macht man es sich leicht, vielleicht zu leicht.
ABER auf der anderen Seite denke ich mir, wenn der Hund mehrmals im Jahr durch die Läufigkeit der Nachbarshunde leidet, ist der Stress dann wirklich fair und gesundheitsfördernd zum Hund?
Wir leben heutzutage nunmal nicht mehr auf den platten Land wo das nächste Haus zig KM weit weg steht, sicher man kann versuchen durch strengere Erziehung einzuwirken. Aber ist das positiv für den Hund wo wir ihn zwingen in dicht besiedelten Landschaften zu wohnen? (das arbeitende Hunde sich eben während dieser Arbeit ganz anders verhalten als im Privatleben ist ja auch grade bei artgenossenunverträglichen bekannt. Der Hund einer Schulfreundin war damals der beste Rettungshund im Kreis, wenn der privat einen anderen Hund sah hat er ihn versucht zu fressen)
Und manchmal muss ich auch immer darüber nachdenken, was eine alte Pferdetrainierin zu mir sagte, es wird seit Jahren alles in der Katzen und Pferdewelt kastriert was sich nicht zur Zucht eignet, nur bei den Hunden stellt man sich immer an.

Ameise, ich würde den Chip ausprobieren.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Kräutergeist » Do 28. Apr 2016, 09:06

ToBoBaBo hat geschrieben:Und manchmal muss ich auch immer darüber nachdenken, was eine alte Pferdetrainierin zu mir sagte, es wird seit Jahren alles in der Katzen und Pferdewelt kastriert was sich nicht zur Zucht eignet, nur bei den Hunden stellt man sich immer an.


Das ist sicher ein Argument. Aber weil ich mich bei Katzen und Pferden nicht besonders gut auskenne, muss ich nachfragen.
Kann man denn die Auswirkungen einer Kastration bei Katzen, Pferden und Hunden vergleichen?
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *Geli » Do 28. Apr 2016, 09:38

@Rudi
Im Eingangspost liest man von 4! anstrengenden Tagen.
Darauf hab ich (und andere auch) geantwortet. Jeder hier schreibt seine Meinung zu den Dingen und gibt evtl. einen Rat aus seiner eigenen Erfahrung. Nicht mehr und nicht weniger. Ja Gerd, im Kastrationsthread kann man einiges nachlesen. Auch unterschiedliche Meinungen. So soll das sein

RudiMentaer hat geschrieben:Wir können ihr doch nicht unterstellen, dass sie sich bloß zu dämlich anstellt.


Wie kommst du nur darauf? Da interpretierst du was rein.


Ameise wird sich hier schon das rausziehen, was sie für richtig hält. :zwinker:
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Blocksberg » Do 28. Apr 2016, 09:49

Kräutergeist hat geschrieben:
Das ist sicher ein Argument. Aber weil ich mich bei Katzen und Pferden nicht besonders gut auskenne, muss ich nachfragen.
Kann man denn die Auswirkungen einer Kastration bei Katzen, Pferden und Hunden vergleichen?


Ich denke schon das man es zumindest bei Pferden und Hunden vergleichen kann.
Du kannst beide soweit erziehen, das sie in deiner Anwesenheit ihren Trieb unterdrücken, aber beide werden ohne deine Anwesenheit jede Möglichkeit nutzen ihren Trieb ausleben zu können.
Und beide können durch einen zu starken Trieb eine Aggression gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen bekommen.
ehemals ToBoBaBo
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Do 28. Apr 2016, 09:55

Wenn Ameise sagt, sie mache Elvis "sehr deutlich was geht und was nicht" und bekommt dann Antworten wie, sie solle das halt beobachten und es mit konsequenter Erziehung versuchen, spricht man Ameise schlichtweg ab, es mit Konsequenz versucht zu haben.

Ist "konsequente Erziehung" denn eine Steigerung von "etwas sehr deutlich" machen? Wo liegt denn da der Unterschied?
Das ist doch Wortklauberei. Mit so einem Rat nimmt man die Leute nicht ernst, sondern verkauft sie für doof.

Das darf dann auch mal ein sehr scharfer Ton sein, um ihn zur Räson zu bringen.

Wenn eine Hundehalterin draußen ihren Hund zusammenbrüllt, weil der zuerst abgehauen und soeben erst nach einer Stunde zurückgekommen ist, dann zeigen wir dieser Hundehalterin (zu recht) den Vogel.

Wenn aber ein Liebestoller tagelang fiept, jault und nichts frisst, sollen wir ihn zusammenschreien, ja?
Oder sollen jetzt wieder zwischen einem "sehr scharfen Ton" und "zusammenschreien" unterscheiden?

Ich bitte euch!
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Kräutergeist » Do 28. Apr 2016, 10:06

ToBoBaBo hat geschrieben:
Kräutergeist hat geschrieben:
Das ist sicher ein Argument. Aber weil ich mich bei Katzen und Pferden nicht besonders gut auskenne, muss ich nachfragen.
Kann man denn die Auswirkungen einer Kastration bei Katzen, Pferden und Hunden vergleichen?


Ich denke schon das man es zumindest bei Pferden und Hunden vergleichen kann.
Du kannst beide soweit erziehen, das sie in deiner Anwesenheit ihren Trieb unterdrücken, aber beide werden ohne deine Anwesenheit jede Möglichkeit nutzen ihren Trieb ausleben zu können.
Und beide können durch einen zu starken Trieb eine Aggression gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen bekommen.


Ok, soweit kann ich dem folgen und dem sicher zustimmen.
Nun gibt es ja aber auch immer wieder Fälle, bei denen kastrierte Rüden (noch) unsicherer werden oder auch gemobbt werden. Passiert das auch bei Wallachen? Ich habe da bisher nur gelesen, dass Wallache größer werden und nicht so einen Muskelaufbau bekommen wie Hengste. Wenn das die einzigen "Nebenwirkungen" sind - außer, dass Hengstmanieren wegfallen - dann ist da eine Kastration schon sinnvoll und auch vertretbar, wenn nicht gezüchtet werden soll.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Blocksberg » Do 28. Apr 2016, 10:25

Ich denke du wirst bei Wallachen einfach keinen Unterschied feststellen können, weil es gar keine Vergleichmöglichkeit in dem Sinne gibt. Vernünftige Züchter entscheiden schon früh was sie kastrieren lassen und du hast halt immer ein zwei in der Herde dabei die eher zurückhaltend sind oder die Opfer sind.
Sicher ist wohl nur das du eher einen gemobbten Wallach als einen Hengst finden wirst.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Do 28. Apr 2016, 10:42

Der Punkt ist doch der, dass Ameise ganz konkret nach Erfahrungen mit Agnus castus Globuli gefragt hat.
Als Zweites wollte sie etwas zu der Idee mit dem Chip wissen.

Zu beiden Fragen waren die Antworten bisher recht dünn. Das lässt darauf schließen, dass die an der Diskussion teilnehmenden User - also auch ich - zu beiden Themen wenig oder gar keine Ahnung haben.
Ganz im Unterschied zu grundsätzlichen Erziehungsfragen. Das sind wir alle allwissend. Genauso sind Kastrationen grundsätzlich Pfui. Da muss sich schon zuerst ein basketballgroßer Tumor am Sack bilden bevor man dieses Wort in den Mund nehmen darf. Vorher besteht keine medizinische Indikation!
Ja, ich weiß, ich bin böse. :sick:
Das wollte ich nicht! :sick: :cry:
Ich lasse es trotzdem so stehen. :ka: :mrgreen:


Ameise, ich kenne mich mit Homöopathie leider überhaupt nicht aus. Da diese Mittel aber selten schaden und deine Freundin darauf schwört, kannst du das ja mal versuchen. Zu verlieren hast du damit ja nichts. Das wird kein Vermögen kosten und die Nebenwirkungen werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach in Grenzen halten.

Und dann darfst du trotzdem aber auch an einen Chip denken. Du hast meinen ausdrücklichen Segen dazu.
Das spielt zwar keine Rolle, aber du hast ihn trotzdem. :clown: :mrgreen:

Im ernst, ich traue dir zu, dass du das verantwortungsvoll zusammen mit dem TA deines Vertrauens abwägst. :smile:
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon Mia » Do 28. Apr 2016, 10:46

*Geli hat geschrieben:
Mia hat geschrieben:Das kann man aber nicht vergleichen. Training und Einsatz sind Arbeit, und Arbeit lenkt den Hund ab.


Ich denke schon, weil...


Im Wildhunderudel funktioniert das sehr gut, warum nicht auch sonst. weiterlesen...

Ja nee, auch das kann man nicht vergleichen ... das ist ein Rudel ... eine Gemeinschaft ... ein fester Zusammenschluss von Hunden. Die leben doch ganz anders als unsere Haushunde.
Ich verstehe nicht, warum man grad bei Verhaltensweisen immer auf irgendwelche Wildrudel oder gar Wolfsrudel verweisen muss. Man kann es einfach nicht vergleichen. Unsere Haushunde leben nicht (oder nur in seltenen Fällen) in richtigen Rudeln und legen daher auch nicht die dazugehörigen Verhaltensweisen an den Tag. Und wenn sie es in einem Rudel leben, dann gelten diese Regel/Verhaltensweisen nur innerhalb des eigenen Rudels
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *Geli » Fr 29. Apr 2016, 17:05

RudiMentaer hat geschrieben:Oder sollen jetzt wieder zwischen einem "sehr scharfen Ton" und "zusammenschreien" unterscheiden?



Nu komm mal wieder runter von deinem Analyse-Trip. Langsam wirds lächerlich.



Ja, ich weiß, ich bin böse. :sick:


Ich auch, aber im Gegensatz zu dir, erhalte ich mir dieses Level nicht.


Nochmal: Ameise wird sich hier schon das rausziehen, was sie für richtig hält. :zwinker:



Ich bin dann raus hier :wink:
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon *coookiie* » Sa 30. Apr 2016, 10:44

RudiMentaer hat geschrieben:Hypersexualität ist ein Leiden.


Ui, haben wir da bei Rudi einen Nerv getroffen? :eek: *wegrenn* *duck* *angsthab* :lips: :mrgreen: :love:

Klar, wenn es wirklich zu schlimm wird ist der Gedanke natürlich berechtigt zu kastrieren.
Ameise schreibt aber in ihrem Eingangspost, dass sie das Verhalten meistens ignoriert und nur harsch reagiert wenn er versucht rauszukommen. Das würde ich anders machen. Er soll sich garnicht reinsteigern. Intensive Auslastung (hat nichts mit "Dauerbespaßung" zu tun) und danach wird auf dem Platz geruht, fertig. Wenn er "Platz und bleib" nicht ordentlich kann, ist das der beste Zeitpunkt diesen überaus wertvollen Befehl unter erschwerten Bedingungen zu üben :clown: Ernsthaft, er wird sich weniger hineinsteigern wenn er garnicht die Möglichkeit bekommt ständig auf und ab zu laufen.
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon ameise » Di 10. Mai 2016, 19:07

Hallo ihr Lieben!
Ich danke euch für diese vielen Antworten - besonders dir Rudi, dass du mir was zutraust!
Natürlich war ich konsequent und natürlich kann Elvis Sitz und platz, bleib, warte, stopp und fast alles was ihr wollt, aber er war leider nicht wiederzuerkennen und teilweise nicht ansprechbar.
Es ist nicht mein erster Rüde und ich treffe täglich andere Rüdenhalter, die sein Verhalten auch als extrem empfanden - zumal sie ihn ja anders kennen!
Bisher konnte ich ohne große Auffälligkeiten mit ihm mit läufigen Hündinnen spazieren. Wie es aussieht geht das auch immer noch, aber es muss da wohl eine Hündin unterwegs gewesen sein, die es ihm einfach absolut angetan hat. Bekannte läufige Hündinnen belasten ihn anscheinend nicht so sehr.
Nun ja, nach den 4 Tagen wurde sein Verhalten allmählich besser. Ob es am Agnus Castus liegt oder ob sich der "gute Duft" verflogen hat , kann ich nicht sagen. Ich werde berichten wenn/falls Elvis sich irgendwann wieder so liebeskrank verhält...

Und ja, mehr Erfahrungen zu Agnus Castus oder anderen "Hilfsmittel" für Rüden in "brenzligen Situationen" und über den Kastrations-Chip wären schon interessant gewesen.

Meine Hundetrainerin und meine Tierärztin, die beide gegen willkürliche Kastrationen sind, sagen dass ein Rüde, der häufig so auf Läufigkeit reagiert, sehr leidet und man in solchen Fällen wirklich auch mal eine Kastration in Erwägung ziehen muss - natürlich erst mit dem Chip vorher testen ob überhaupt ein verhältnismäßiger Erfolg zu verzeichnen wäre. Anders würde ich es auch nicht ht machen!
Trotzdem interessieren mich die Erfahrungen von Usern, die eben schon ähnliches mitgemacht haben. Dafür sind Foren doch da und es ist ja nie ein Fehler sich so viel Information wie möglich zu beschaffen um eine passende Entscheidung zu treffen.
Es könnte ja auch für andere von Nutzen sein, was wir hier sammeln.

Mein Fazit ist, dass ich Elvis wenn er sich wieder so verhält diese Globuli gleich von Anfang an und nicht erst nach 4 Tagen gebe und dann sehe ich ja ob es was bewirkt.
Sollte sich solches Verhalten häufen, dann bekommt er einen Chip und dann sieht man weiter.

Und ja, ich hätte mich in der Tat nicht hier erkundigt, wenn Konsequenz, Erziehung und Verbote gewirkt hätten und es mit beobachten getan wäre.
Aber natürlich habe ich hier auch für mich das rausnehmen können, was ich sinnvoll finde.
Also streitet euch nicht! Jetzt haben wir uns alle wieder lieb :huhu: :love:

RudiMentaer
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Re: Was tun mit "liebeskranken" Rüden?

Beitragvon RudiMentaer » Mi 11. Mai 2016, 21:21

So machst du das, Ameise. Klingt nach einem guten Plan.

Die Diskussion wäre übrigens in jedem anderem Hundeforum ähnlich kontrovers verlaufen, da bin ich ganz sicher. Das ist und bleibt ein Reizthema. Da gehört das schon mal dazu, dass man sich auch mal gegenseitig angiftet. :mrgreen:
Es gibt übrigens noch ein ähnliches Reizthema, bei dem in Hundeforen _immer_ die Fetzen fliegen, aber das verrate ich nicht. :vulcan: :rolleyes: :lachen: :lachen:
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kuchnie na wymiar Czeladź

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