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Angst vor Tierheimen?


Bellissa
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Angst vor Tierheimen?

Beitragvon Bellissa » Di 29. Dez 2015, 18:56

Huhu,

ich musste heute feststellen, dass Josy panische Angst vor Tierheimen hat. Also glaube ich das zumindest.

Ich habe sie ja 2008 mit 10 Monaten aus dem Tierheim geholt, dort saß sie auch ihr Leben lang bis dahin.
Sie wurde auf der Straße geboren, mit der Hand aufgezogen, kam erst ins Tierheim, dann in eine Tötungsstation und schließlich nach Deutschland ins Tierheim.

Ihrem Verhalten nach würde ich sagen, es wurde zwar nicht zimperlich mit ihr umgegangen, aber sie wurde nicht misshandelt, geschlagen... .


So und heute bin ich das erste Mal (eher zufällig) an einem Tierheim vorbei gelaufen. Wir waren woanders unterwegs, ich weiß das dort das Tierheim ist, habe mir aber ehrlich gesagt keine Gedanken drum gemacht.
Schon ca. 200 Meter bevor wir an das Tierheim kamen wurde Josy immer langsamer und ziemlich unruhig, dachte erst vielleicht muss sie nochmal, aber sie schaute auch ganz komisch, hatte den Kopf irgendwie eingezogen und ihr Schwanz hing ganz gerade runter (der ist eigentlich gebogen).
Habe sie erstmal nicht weiter beachtet und bin weitergelaufen. Sie kam dann auch langsam hinterhergeschlichen.
Aber so ca. 50 Meter vor dem Tierheim ging gar nichts mehr (bis dahin war nur vereinzelt mal ein Bellen zu hören). Sie war wie im Boden festgewachsen, hat sich ganz klein gemacht und auch etwas gequietscht. Zu dem Zeitpunkt kam mir dann der Gedanke, dass sie vermutlich Angst vor dem Tierheim hat, sie muss das ja gerochen haben. Weil für mich gab es keinen anderen ersichtlichen Grund. :ka:
So jetzt stand ich da mit einem 30 Kilo Hund der sich nicht vom Fleck bewegt. Also was tun? :huh:
Am liebsten wäre ich einfach rumgedreht. Aber ich wollte sie ja nicht in ihrer Angst bestätigen. Weil, wenn Frauchen sich da nicht vorbei traut, muss das ja einen Grund haben.
Ich hab sie also an die Leine gemacht und versucht kein großes Aufheben drum zu machen, Ich habe normal mit ihr geredet, ihr hin und wieder ein Leckerlie vor die Füße geschmissen und so getan als wäre nix (war ja eigentlich auch nichts) und bin dann ganz langsam immer weitergangen. Widerwillig kam sie auch mit.
Mittlerweile kläfften dann schon alle Hunde am Zaun und ich hätte ziemliche Mühe sie hinter mir herzuschleifen. Kaum waren wir dran vorbei, fing Madame dann an, an der Leine zu ziehen (das macht sie sonst NIE!!!) und wurde immer schneller.
Ich habe versucht ganz normal weiter zu gehen, habe ca. 10 Meter hinter dem Tierheim noch etwas mit ihr gespielt und bin weitergegangen.
Sie hat sich dann auch ziemlich schnell beruhigt und es war alles wieder ok.


Wie hättet ihr euch verhalten? Hätte ich doch einfach rumdrehen sollen? :confused:
(Ich werde die Strecke in Zukunft meiden, es gibt keine Notwendigkeit dort langzugehen und den Stress möchte ich ihr gerne ersparen)

Eigentlich ist Josy (mittlerweile) ein ziemlich selbstbewusster Hund, die sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt, deshalb war ich doch sehr erstaunt.

Kann sie sich nach so vielen Jahren noch an die ersten 10 Monate erinnern? Also klar, dass sie das Tierheim nicht vergessen hat, aber so eine Angst davor?

Habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Tierheimhunden?

:wink:
LG Laura mit Josy + Finn

Bellissa für immer ganz tief im Herzen

ameise
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Re: Angst vor Tierheimen?

Beitragvon ameise » Mi 30. Dez 2015, 23:51

Elvis verhält sich jedesmal so, wenn wir auf den Hundeplatz gehen, wenn beim letzten Mal davor im nahe gelegenen Wald Schüsse gefallen sind. Wenn er dann dort war und dieses Mal keine Schüsse zu hören waren, macht er beim nächsten Mal auch kein Theater mehr - bis halt wieder mal jemand schießt im Wald.

Von seiner Vorbesitzerin weiß ich, dass er in der Nähe eines Schießplatzes gelebt hat und sie Elvis immer betüdelt hat, wenn dort geschossen wurde wenn sie gerade draußen Gassi gingen... Das ist ja nun auch schon lange her und er erinnert sich noch daran.

Josy hat die Erfahrung gemacht, dass Tierheim heißt abgeschoben zu werden oder dass es dort laut und unangenehm ist. Ich glaube schon, dass Hunde sich diese Empfindungen ein Leben lang merken können und dass das wieder hochkommt, wenn sie damit konfrontiert werden. Vielleicht hat sie aber auch nur gespürt, dass dort Hunde sind, die sich nicht wohl fühlen und das als Gefahr eingestuft.
Wenn du ein paar Mal am Tierheim vorbeigehst und ihr nichts geschieht bzw. sie feststellt dass sie nicht da rein muss, dann lernt sie dass sie bei dir sicher ist und du zuverlässig bist. Dann wird ihr das auch bestimmt bald nichts mehr ausmachen dort vorbeizugehn.

Ich hätte es übrigens genau so gemacht wie du.
Ich glaube ich würde es noch ein paar Mal so machen, damit sie lernt, dass sie dir immer vertrauen kann. Wer weiß ob es nicht mal wieder irgendwann irgendwo so eine Situation geben wird.

LG Ameise


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