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Gebelle und Gepöble


ameise
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Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Mo 8. Jun 2015, 21:59

Hallo Ihr Lieben,

unser Elvis ist jetzt ein Jahr alt. Ein herziger, aktiver, gelehriger, übermütiger, noch etwas ungestümer und total knuffiger Junghund.
Er hat sich sehr gut entwickelt in den knapp 5 Monaten die er jetzt bei uns lebt. Er hat viel weniger Ängste (ist aber oft noch unsicher), er ist nicht mehr ganz so frech andren Hunden gegenüber, er ist nicht mehr so hyperaktiv wie am Anfang, sondern verhält sich Zuhause sehr ruhig und ausgeglichen. Er kann schon 6 - 7 Stunden alleine bleiben und hat sich voll und ganz in unseren Alltag integriert. Außerdem horcht er viel besser - die Grunderziehung sitzt inzwischen ganz gut. Sitz, Platz, Schau, Geh, Warte, gib Pfote... funktionieren problemlos und auch an der Leine kann er mittlerweile fast immer bei Fuß gehen, was anfangs ein großes Problem war.

Also eigentlich alles ganz toll - er hat prima Fortschritte gemacht!

Nur ein paar Dinge stören mich erheblich. Er wird immer lauter! Er muss alles kommentieren und bellt alles mögliche an. Er klingt sehr böse, obwohl er sich in der Regel nur freut oder aufgeregt ist. Er stellt keine Haare auf. Vielen Menschen die uns begegnen macht das Angst. Dabei ist Elvis echt ein ganz Lieber!
Was ich ganz schlimm finde, ist dass er neuerdings besonders Kinder anbellt und dass er immer mehr an der Leine pöbelt wenn wir (meistens) fremde Hunde treffen.
Er hängt sich dann voll rein und knurrt richtig wüst. Ohne Leine macht er das nicht und auf unserem Grundstück auch nicht unbedingt.
Ich kann nicht herausfiltern wann er wie und wieso reagiert, weil es sich so oft ändert. Mal bellt er Fahrräder an, ein andres mal beachtet er sie nicht mal und das kann sich innerhalb weniger Meter so oder so abspielen.

Da es sich schlecht vorhersehen lässt wie er auf etwas/jemand reagiert, weiß ich auch nicht immer wie ich darauf reagieren soll.

Ich würde ihm das Gebell und Gepöble gerne abgewöhnen, weil er sich dadurch in Schwierigkeiten bringt und weil andere Angst davor haben.

Könnt ihr mir ein paar Tipps geben wie ich am besten vorgehe?

LG

Ameise

**Steffi**
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon **Steffi** » Di 9. Jun 2015, 14:44

Na ja, wenn der Collie drinnen ist, würde das etwas erklären. Die kommentieren ja doch einiges ... :-).

Sonst würde ich da selbst einwirken. Leinen Pöbeln mag ich persönlich gar nicht und das unterbinde ich auch arg bei Phoebe und zwar mit massregeln meinerseits.

Fixiert er? Wie ist es,wenn ihr einen Menschen / Fahrrad / Hunde o.ä. sieht?

Bei Menschen & Radfahrern und Co habe ich es es so gemacht: Ruhiges Anschauen wurde beclickert und mit "Ist okay" kommentiert, fing sie zu pöbeln an, habe ich sie abgedrängt. Also ganz bewusst zwischen sie und ihr "Ziel" stellen und sie abdrängen.
---> Das Pöbeln bei Menschen, Kindern & Co habe ich total abgestellt.

Bei Hunden habe ich mich mittlerweile für ein strenges Platz entschieden. Der Hund muss liegen bleiben und darf nicht aufstehen, da wird dann etwas nachgeschimpft, aber sonst nichts mehr.
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ameise
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Di 9. Jun 2015, 22:34

Ja er hat viele Collie-Eigenschaften und ja er fixiert - sehr sogar! Und ich stelle mich auch dazwischen und dränge ihn ab, aber das nützt nichts. Er drängt sich unendlich oft wieder vor und gibt nicht auf. Er ist sehr ausdauernd...
Wie hast du Pöbeln bei Menschen abgestellt und wie maßregelst du Phoebe wenn sie an der Leine pöbelt etc...?

Heute haben wir uns mit seinem Kumpel zum spazieren getroffen - zum ersten mal seit er am Sonntag von dem Fremden gebissen wurde.
Elvis hat total gesponnen an der Leine, also hab ich das "weggehen und wieder drauf zu gehen-Spiel" gemacht bis er ohne Gekeife auf seinen Kumpel zugehen konnte. Als ich ihn von der Leine gemacht habe ist er wüst knurrend auf ihn losgegangen! Sowas hat er bisher nie gemacht! Ich hab ihn laut geschimpft und er hat sich dann sofort wieder beruhigt, dann ging es sehr gut mit den beiden - wie sonst auch immer bei unseren gemeinsamen Spaziergängen.
Ich bin froh, dass die Halterin von Elvis Kumpel da so locker ist - die meisten Anderen hier würden das Weite suchen...
Ich mache mir Sorgen dass Elvis ein aggressiver Hund wird wenn er durch seine aufdringliche Art noch mehr solche Erlebnisse macht und gebissen wird.
Ich möchte das unbedingt in den Griff kriegen!

LG Ameise

**Steffi**
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon **Steffi** » Di 9. Jun 2015, 22:57

ameise hat geschrieben:Ja er hat viele Collie-Eigenschaften und ja er fixiert - sehr sogar! Und ich stelle mich auch dazwischen und dränge ihn ab, aber das nützt nichts. Er drängt sich unendlich oft wieder vor und gibt nicht auf. Er ist sehr ausdauernd...
Wie hast du Pöbeln bei Menschen abgestellt und wie maßregelst du Phoebe wenn sie an der Leine pöbelt etc...?

Heute haben wir uns mit seinem Kumpel zum spazieren getroffen - zum ersten mal seit er am Sonntag von dem Fremden gebissen wurde.
Elvis hat total gesponnen an der Leine, also hab ich das "weggehen und wieder drauf zu gehen-Spiel" gemacht bis er ohne Gekeife auf seinen Kumpel zugehen konnte. Als ich ihn von der Leine gemacht habe ist er wüst knurrend auf ihn losgegangen! Sowas hat er bisher nie gemacht! Ich hab ihn laut geschimpft und er hat sich dann sofort wieder beruhigt, dann ging es sehr gut mit den beiden - wie sonst auch immer bei unseren gemeinsamen Spaziergängen.
Ich bin froh, dass die Halterin von Elvis Kumpel da so locker ist - die meisten Anderen hier würden das Weite suchen...
Ich mache mir Sorgen dass Elvis ein aggressiver Hund wird wenn er durch seine aufdringliche Art noch mehr solche Erlebnisse macht und gebissen wird.
Ich möchte das unbedingt in den Griff kriegen!

LG Ameise


Aber genau das ist der Punkt. Er fixiert und du musst es irgendwie schaffen da auf ihn einzuwirken, denn er sich das Fixeren trotz deiner Einwirkung nicht sein lässt dann nimmt er - sorry! - dich auch nicht ernst. Gerade dass er sich wieder vor drängt zeigt ja, dass er das von Frauchen nicht so wirklich ernst nimmt.

Ich dränge sie ab, stelle mich ihr in den Weg (Will sie rechts an mir vorbei schauen, stehe ich rechts und gehe gleichzeitig auf sie zu, so dass sie nach hinten ausweichen muss z.B. ) und kneife sie schon mal in die Seite, wenn ich merke sie nimmt mich gar nicht mehr wahr. Dazu muss man ganz klar sagen:
Meine Hope hört schon mit einem "Nein" auf Unsinn zu machen. Aber Kira und der Collie brauchen da mitunter echt deutliche Ansagen.

Ist sein Freund denn ein souveräner Hund? Wenn er jetzt auf große Attacke macht, könnte ihm ein souveräner Hund vielleicht helfen dass zu unterbinden. Meine Kira z.B. macht mit solchen Hunden immer - v.a. wenn sie merkt dass gar nichts dahinter steckt! - oft kurzen Prozess. Einmal klein gemacht und die Welt des anderen Hundes ist wieder gerade gerückt.
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Mi 10. Jun 2015, 16:16

Da hast du schon recht. Elvis nimmt nichts und niemand ernst. Solche Probleme hatte ich mit unserem vorigen Hund nie...
Ich mach das auch so wie du es beschreibst, aber er nimmt mich gar nicht wahr. Zwicken hab ich bisher nicht probiert, weil ich Gewalt eigentlich verabscheue - ja, ich weiß dass Hunde sich so auch erziehen. Ich werde es versuchen um seine Aufmerksamkeit zu bekommen - aber er wird nicht lange bei mir sein.
Wie schaffe ich es dass er dann mit seiner Aufmerksamkeit auch bei mir bleibt und nicht gleich wieder anfängt weiter zu fixieren?
Und wann darf er dann zu dem anderen Hund hin?

Sein Freund ist ein souveräner Hund und ich denke, dass es gestern schon sein Bild wieder etwas gerade gerückt hat. Ich bin auch dran, dass er möglichst viel Kontakt zu anderen Rüden hat, damit er wieder "normal" wird.
Heute hat er mit einem 7 Monate alten Labbi gespielt - problemlos. Aber der hat sich auch unterworfen.
Das Problem ist auch, dass Elvis sich nie unterwirft und sehr dominant ist, obwohl er in vielen Situationen so unsicher ist.
Ich kenne sonst keinen so widersprüchlichen Hund wie ihn!

LG Ameise

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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon **Steffi** » Mi 10. Jun 2015, 16:48

ameise hat geschrieben:Da hast du schon recht. Elvis nimmt nichts und niemand ernst. Solche Probleme hatte ich mit unserem vorigen Hund nie...
Ich mach das auch so wie du es beschreibst, aber er nimmt mich gar nicht wahr. Zwicken hab ich bisher nicht probiert, weil ich Gewalt eigentlich verabscheue - ja, ich weiß dass Hunde sich so auch erziehen. Ich werde es versuchen um seine Aufmerksamkeit zu bekommen - aber er wird nicht lange bei mir sein.
Wie schaffe ich es dass er dann mit seiner Aufmerksamkeit auch bei mir bleibt und nicht gleich wieder anfängt weiter zu fixieren?
Und wann darf er dann zu dem anderen Hund hin?

Sein Freund ist ein souveräner Hund und ich denke, dass es gestern schon sein Bild wieder etwas gerade gerückt hat. Ich bin auch dran, dass er möglichst viel Kontakt zu anderen Rüden hat, damit er wieder "normal" wird.
Heute hat er mit einem 7 Monate alten Labbi gespielt - problemlos. Aber der hat sich auch unterworfen.
Das Problem ist auch, dass Elvis sich nie unterwirft und sehr dominant ist, obwohl er in vielen Situationen so unsicher ist.
Ich kenne sonst keinen so widersprüchlichen Hund wie ihn!

LG Ameise


Also als Gewalt würde ich das Zwicken eines Hundes in die Seite beim besten Willen nicht bezeichnen. Ich stehe dazu, bei mir fliegt sogar mal die Leine wenn es gar nicht anders geht. Ich lasse mir von meinen Hunden grundsätzlich nicht auf der Nase herum tanzen. Bestes Beispiel mein Collie vor drei Wochen. Da hat sie wirklich geglaubt in der Hundeschule nach mir zu schnappen weil ich sie gemaßregelt hat!! Da flogen gleich zwei Leine hinterher.

Wie du das schaffst? In dem du dich durchsetzt!
So würde ich es machen: Fängt er fixieren an, dränge ich ab, ich stehe immer bewusst im Blickfeld und ganz wichtig (!) diese kleinen Augenblicke in denen er sich auf dich konzentriert (Ohrenspiel beobachten!) belohne ich (Nimmt er kein Leckerlie, dann lobe ich, rede beruhigend auf ihn ein).
Wie machst du das denn? Wie weit drängst du ab? Bei mir kann das wirklich sein, dass ich dann mal 20 Meter weiter hinten stehe wo ich ursprünglich angefangen habe, weil ich jedes Mal reagiere wenn mein Hund meint an mir vorbei den anderen Hund anmachen zu müssen.

Wichtig, auf den Abstand zwischen dir und dem Hund achten. Pass mal auf was für ihn noch "Okay" ist, sprich ab welche Distanz er noch nicht fixiert. Und ich halte es so "Anschauen ist in Ordnung, aber fixieren eben nicht. Das ist u.a. total unhöflich". Meine Kira macht v.a. Borders rund wegen ihrem aufdringlichen Fixieren.
Es ist übrigens nicht verwunderlich wenn sich der Hund nach so was schüttelt, und das ist auch nicht schlecht. Es ist das Abschüttel von Stress und bedeutet nur dass das was du getan hast, auch angekommen ist bei ihm.
Das dauert mitunter echt länger und ist am Anfang ein Kampf, aber es lohnt sich wirklich.

Ich hatte auch eine Begegnung heute mit einem Jack Russel. Der hat gebellt und geknurrt, Phoebe auch einmal, dann gab's von mir ein "Platz", sie ging ins Platz, nach ca 15 Sekunden ging ich dann entspannt weiter. Diese Zeit braucht sie aber um runter zu kommen.

Wann er dann zu anderen Hunden hin darf? Wenn er brav neben dir sitzt und kein Theater macht. Bei mir gibt es Hundekontakt erst wenn jeder sitzt und wenn man mich auf Kommando vorher angeschaut hat. Und wenn vorher ein Theater gemacht wurde, dürfen sie gar nicht hin. Ich belohne ja nicht noch schlechtes Verhalten ..
Anfangen kannst du auch schon, wenn er das Fixieren aufgehört hat und dich anschaut, sei es auch nur für eine Milisekunde.

Nicht zu viel zumuten in den ersten Begegnungen! Kleine Schritte gehen!
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Do 11. Jun 2015, 21:36

Hallo Steffi,
im Grunde mach ich es genauso wie du - ich bin mit Hunden aufgewachsen und lass mir sicher nicht auf der Nase rumtanzen. Ich bin da sehr konsequent.
Elvis ist ein besonders harter Brocken in der Hinsicht.
Ich kann ihn für kurze Augenblicke die er sich auf mich konzentriert (in der Regel) nicht loben, weil es die in solchen Momenten nicht gibt. Er nimmt mich dann nicht wahr. Er schüttelt sich auch nicht, weil da dann gar nichts bei ihm ankommt. Da könnte neben ihm eine Bombe explodieren - er würde es nicht merken!
Heute habe ich es mit "zeigen und benennen" versucht. Das heißt sobald ich einen Mensch/Fahrrad oder Hund von weitem gesehen hab, ließ ich Elvis absitzen, deutete in die Richtung bis er registriert hat was ich zeigte und redete ruhig mit ihm. Wenn er dann auf mein Kommando weiterging hab ich ihn mit Leckerli belohnt.
So hab ich es heute geschafft, dass er wenigstens ein bisschen ansprechbar blieb. Natürlich hat er so 20 m vor dem Mensch/Hund doch fixiert - aber sonst fixiert er schon 100m vorher und ist nicht mehr ansprechbar und wenn ich ihn nochmal 100m zurückdränge ändert das sonst nichts...
also zumindest ein kleiner Erfolg!
Als er dann bei einem vorbeigehendem Hund wieder in die Leine hing und bellte, hab ich ihn mit zwei Fingern in die Seite gestupst. So reagierte er wenigstens kurz auf mich und nahm wahr dass ich ihn schimpfte - das merkt er sonst ja gar nicht. Er beruhigte sich als wir vorbei waren sogar nach kurzer Zeit.
Wenn ich ihm aber den Entgegenkommenden vorher nicht gezeigt und benannt habe und er ihn selbst zuerst bemerkt hat, dann hatte ich keine Chance, dass er auf mich reagiert und er beruhigte sich auch nicht so schnell.

Also werde ich das mal weiter so versuchen. Absitzen oder Ablegen auch auf relativ weite Distanz zu mir funktioniert ja super bei Elvis, wenn er noch nichts/niemand ins Auge gefasst hat.
Nur abrufen lässt er sich nicht immer. Dafür kann ich ihn dann abholen weil er wirklich liegen/sitzen bleibt bis ich komme.

Es ist schwierig nachzuvollziehen warum er zuverlässig auf Distanz abliegt und auf mich wartet, aber nicht zuverlässig herkommt wenn ich ihn rufe. Und ich verstehe auch nicht wieso er ohne Leine (zwar auch fixiert, aber) ruhig auf einen anderen Hund zugehen kann, mit Leine sich aber voll reinhängt und total laut kläfft und knurrt.
Allerdings weiß ich ja auch nicht viel über seine Vorerfahrungen. Als er zu mir kam, War er noch unsicherer- egal bei was. Jetzt ist es bei Fahrrädern schon viel besser geworden und bei z.B. Schatten, Skulpturen, entfernt rumliegenden Gegenständen, Rollatoren, Kinderwägen, Regenschirmen, Pfosten, Straßenschildern... und vor was er noch alles Angst hatte, so gut wie weg.
Man kann ja nicht alles auf einmal erwarten *seufz*

Was mich immer wieder irritiert, ist dass er einerseits neugierig und total frech auf etwas/jemand zugeht und dann kurz vorher oft so unsicher und ängstlich wird.
Klar finden andere Hunde so ein Verhalten doof und reagieren darauf. Erklären kann ich mir sein Verhalten aber leider trotzdem nicht.
Ich habe seit ich geboren bin 6 unterschiedlichste Hunde (alle aus dem Tierschutz) in meiner Familie alltäglich miterlebt, aber so einer wie Elvis kam mir noch nicht annähernd unter - auch die meiner Bekannten nicht.
Alle hatten ihre Macken und alle bekamen wir in den Griff.
Auch Elvis werden wir "knacken". Er ist ja erst knapp 5 Monate hier und noch sehr jung. So ein Jagd/Hütehund-Mix ist halt ne "interessante Mischung" :lachen:
Er ist so gelehrig und süß! Wenigstens hat er trotz seiner Beagle-Vorfahren kaum Jagdtrieb - bis jetzt (außer bei Mäuselöchern)...
Natürlich bin ich weiterhin für alle Tipps dankbar! Es ist immer gut wenn man sich austauschen kann. Oft kann man sich dann manches einfach besser erklären oder wird darauf aufmerksam wie man etwas anders lösen kann, wenn das Gewohnte nicht funktioniert.

LG ameise

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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Mo 6. Jul 2015, 16:56

Hallo Ihr!

Mittlerweile haben wir das Fahrradpöbel-Problem und das andere Hunde-an-der-Leine-Pöbel-Problem so gut wie im Griff und auch der Abruf funktioniert fast immer. Ich bin echt zufrieden mit meinem pubertierenden Junghund! Er lernt echt schnell - vorausgesetzt, man gibt ihm genug Gelegenheit zum lernen.

Nur ein "größeres" Problem tut sich gerade auf. Er bellt im Dunkeln Leute an. An sich nicht tragisch, weil ich weiß, dass er vor ihnen anhält und nichts tut, aber für die Leute, die ihn nicht kennen ist das natürlich der Schreck ihres Lebens!
Neulich ist er abends, als es Schon fast dunkel war noch mit uns im Garten gewesen. Mein Mann hatte die Hecke geschnitten und Elvis hat darin eine Lücke entdeckt, drückte sich durch, rannte auf eine Fußgängerin mit Hund auf der anderen Straßenseite zu und bellte. Das ging so schnell, dass wir gar nicht reagieren konnten. Die Füßgängerin war hundeerfahren und machte sich nichts draus, aber die andere Fußgängerin, die zur gleichen Zeit entgegen kam, erschrack so sehr, dass sie echt ne Weile brauchte sich wieder zu fassen - obwohl er ja nicht mal sie angebellt hatte.

Am Tag drauf, kamen wir von einer Geburtstagsfeier heim. Es war schon Dunkel. Ich öffnete den Kofferraum, machte seine Box auf und ließ ihn raushüpfen. In dem Moment sah/hörte/bemerkte... er eine Frau und zwei schon größere Kinder ca 50m weiter weg über der Straßenkreuzung und rannte los wie der Teufel auf sie zu und bellte. Die erschracken verständlicherweise auch aufs heftigste. Elvis hörte nicht gleich auf unser Rufen. Erst 1m vor den Personen blieb er stehn und ließ sich dann von uns "aufsammeln".
Natürlich würde ich da auch erschrecken und habe volles Versändnis, dass sowas gar nicht gern gesehen wird - auch wenn er nix tut und" nur bellt". ich finde sein Verhalten geht gar nicht! Ich muss ihm das unbedingt abtrainieren, aber so oft habe ich solche Situationen ja nicht, dass ich üben kann.

Ich bin gerade dabei ihm als Abbruchsignal "stop" beizubringen. Wenn er tagsüber auf der Wiese rumspringt, klappt das auch schon ganz gut, dass er dann stehen bleibt. Wenn andere Hunde dabei sind klappt es eher nicht - genauso, wie es auch im Dunkeln nicht funktionieren wird...
Habt ihr eine Idee, wie ich in solchen Situationen an ihn rankommen, dass er mich bzw. den Abruf überhaupt wahrnimmt?

LG Ameise

RudiMentaer
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon RudiMentaer » Mi 5. Aug 2015, 21:33

Abruf kann man nur nur üben, üben, üben. Wenn Hunde zu mehreren sind pushen sie sich gegenseitig hoch, dann wird das noch schwieriger.
Im Dunkeln ist es die Unsicherheit. Mittel der Wahl beim Üben ist die Schleppleine.

Alternative: Viele Halter schwören auf ein "Supersignal". Meist ein Pfiff mit einer bestimmten Pfeife. Wenn die ertönt, gibt es das absolut leckerste Fresschen was sich der Hund vorstellen kann, sofern er eben antrabt. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Clickern, nur eben mit diesem kulinarisch absoluten Highlight am Ende, um den Hund auch wirklich zu überzeugen.
Es sind nur nicht alle Hunde bestechlich. -> Ausprobieren.
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon RudiMentaer » Mi 5. Aug 2015, 21:39

Das Wichtigste habe ich vergessen:
Lass den Hund immer ins Platz gehen bevor du den Kofferraum öffnest. Erst dann machst du auf und leinst ihn noch in der Box an.
Ist in vielerlei Hinsicht viel zu gefährlich wenn er hektisch auf die Straße rennt.
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Re: Gebelle und Gepöble

Beitragvon ameise » Sa 22. Aug 2015, 00:15

Hab deine Antwort jetzt erst bemerkt - Danke Rudi!

Seither hat sich Elvis keine solchen Schnitzer mehr geleistet- was natürlich nicht heißt dass das nie wieder vorkommt, aber er hat dazugelernt.
Ich habe ihn auf eine Hochfrequenzpfeife konditioniert und das funktioniert in der Regel super! Wenn ich mit ihm allein unterwegs bin zu 100% - er macht fast immer auf dem Absatz kehrt und kommt. Wenn er sich in ein Mauseloch vertieft hat klappt es nicht unbedingt sofort aber in der Kombination mit einem scharfen "hier" auf jeden Fall.

Wenn andere Hunde dabei sind, kann es sein dass ich zweimal pfeifen muss bis es bei ihm ankommt und dass er sich zwar auf den Weg zu mir macht, sich aber unterwegs wieder ablenken lässt. Aber er bleibt ansprechbar und kommt dann wenn ich es nochmal mit Nachdruck wiederhole.

Dass ich ihn im Auto in der Box ablegen lasse und er nach dem ich ausgestiegen bin immer noch im Platz liegt bis ich den Kofferraum offen habe, ist utopisch.
Ich fahre einen Corsa, die Box steht seitlich drin und die Gittertür lässt sich gerade soweit öffnen dass er raus kann. In der Box anleinen kannst du da vergessen... aber beim rausgehen, Leine ich ihn an.
Wenn er draußen ist muss er erstmal ins "sitz" und "bleib", was auch gut funktioniert.
Das Problem ist eben nur im Dunkeln. Da ist er unsicher und reagiert auch beim Gassi gehen an der Leine manchmal so unvorhersehbar.
Es ist einfach seine Art bei Unsicherheit vorzupreschen anstatt ruhig zu bleiben - daher muss ich da einfach besser aufpassen und darf ihn im Dunkeln keine Sekunde aus den Augen lassen!

Inzwischen ist er aber auch ein bisschen "cooler" geworden und verlässt sich mehr auf mich. Er bleibt in meiner Nähe und versucht z.B. keine Alleingänge mehr zu unternehmen wenn er mal kurz unbeobachtet im Garten oder Hof ist.
Ich glaube er würde auch im Dunkeln nicht mehr einfach davonrennen und Leute ankläffen, aber ich möchte es natürlich auch nicht drauf ankommen lassen.

An solchen Beispielen und Situationen erkennt man immer wieder wie lange es dauert bis ein "Gebrauchthund" einem voll vertraut und zuverlässig wird.

LG Ameise


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